Ran an den Herd

Das Fazit zu meinem Monat ohne Convenience Food kommt reichlich spät, ich weiß. Aber leider hat mir die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich musste erst wieder gesund werden. Mein Projekt ging aber natürlich trotzdem weiter.

Alles, was man isst, selbst zuzubereiten ist eine tolle Sache, aber auch sehr aufwändig. Die Zeit dazu muss man erst einmal haben, beziehungsweise sich nehmen wollen. Mit dem Oktober habe ich mir dazu noch einen denkbar schweren Monat ausgesucht. Zum einen, weil es besonders stressige Wochen in der Arbeit waren, zum anderen, weil meine Eltern im Urlaub waren, was bedeutete, dass wir nicht in den Genuss des leckeren Essens meiner Mutter kommen konnten, die für uns hin und wieder etwas mitkocht.

Weil auch „Take-Away“ nicht in Frage kam, mussten wir also meist selbst an den Herd. Meistens hat es richtig Spaß gemacht und vor allem war es immer richtig lecker! Unter anderem gab es Lachs mit gebratenem Gemüse, Kürbis-Apfel-Zwiebelkuchen, leckere Salate oder Currys, selbstgemachte Pesto alla Genovese, Pizza, Mangotarte oder Halloumi-Wraps.

An dieser Stelle muss ich mich vor allem bei meinem Mann Thomas bedanken, der mich ein ums andere Mal mit tollen Gerichten verwöhnt und sogar selbst Brot gebacken hat. Auch auf Minas Geburtstagsparty hatte ich kein Problem etwas zu Essen zu finden, weil vom Köfte bis zum Baklava alles selbst gemacht und superlecker war. Ein besonderer Dank geht an Rike und Andreas, die gleich ein ganzes Menü mit uns gekocht haben: Salat mit Granatapfel, selbst gemachte Kürbis- und Gemüseravioli (siehe Bild) sowie Apfel-Walnuss-Nudeln als Dessert. Von dem, was übrig blieb und was Rike uns sonst noch so mitgegeben hat (das gebackene Müsli und die Kokos-Pralinen waren der Hammer!), konnten wir uns noch Tage lang ernähren.

Auf Vorrat zu kochen hat mich in diesem Monat übrigens gerettet. Denn in der Mittagspause etwas zu essen zu finden, das schnell geht, aber nicht „convenient“ ist, war fast schon unmöglich. Den Gang zum Bäcker habe ich mir gleich gespart, ein Restaurantbesuch war nur selten drin. Für die Pause hatte ich mir deshalb meist etwas von zu Hause mitgebracht.

Am schwierigsten war es, die ständige Frage zu beantworten: „Ist das jetzt eigentlich schon Convenience Food?“ Was ist erlaubt und was nicht? Tunfisch aus der Dose, Nudeln aus der Packung, Bohnen im Glas? Ich denke, hier muss jeder für sich seine eigene Grenze ziehen. Ich werde das in Zukunft jedenfalls etwas entspannter und nicht mehr ganz so strikt auslegen, wie im Oktober.

Was ich sonst noch aus diesem Monat mitnehme? Essen soll ja vor allem Genuss sein und den will ich mir auch nicht verderben lassen, indem ich mich an den Herd quäle, auch wenn ich weder Zeit noch Lust dazu habe. Denn sonst wird daraus schnell eine ungeliebte Pflichtübung.  Meistens allerdings hat Kochen für mich etwas Entspannendes und kann deshalb gerade nach einem stressigen Tag die Laune wieder richtig heben. Richtig viel Spaß hat es gemacht, mit Thomas zusammen zu kochen. Das haben wir früher ganz oft gemacht und wollen es auch in Zukunft wieder häufiger tun. Und so habe ich auf gewisse Weite die Liebe zum Kochen wiederentdeckt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Aktion: Selbst zu kochen kostet zwar reichlich Zeit, spart am Ende dafür aber bares Geld.