Mein Monat ohne „Convenience Food“

Mein Oktober-Projekt ist ein echter Zeitfresser und hält mich sowohl beim Einkaufen als auch in der Küche auf Trab: Ich versuche auf das sogenannte „Convenience Food“ (aus dem Englischen convenience = Bequemlichkeit und Food = essen) zu verzichten.

Wer nach einem langen, stressigen Arbeitstag hungrig nach Hause kommt, hat selten Lust, sich noch stundenlang an den Herd zu stellen. Deshalb wird schnell der Pizzaservice gerufen, ein Döner geholt oder Eintopf aus der Dose aufgewärmt.

Auch bei uns zu Hause kommt nicht selten solches Essen auf den Tisch. Immerhin: Ich bin überhaupt kein Fan von klassischen Fertiggerichten, wie Tiefkühlpizza, Suppen und Saucen aus der Plastikpackung oder gar komplette fertige Mahlzeiten. So etwas sucht man bei uns zu Hause vergeblich.

Stattdessen haben wir in letzter Zeit recht häufig Essen von auswärts geholt – egal ob Thai, Italienisch oder Türkisch, bei uns gibt es alles direkt um die Ecke. Doch auf Dauer geht das nicht nur auf den Geldbeutel, es ist auch nicht wirklich gesund.

Zunächst aber eine Begriffserklärung: Laut Wikipedia werden als Convenience Food  „vorgefertigte Lebensmittel bezeichnet, bei denen der Nahrungsmittelhersteller bestimmte Be- und Verarbeitungsstufen übernimmt, um weitere Zubereitungen in Privathaushalten, Gastronomie oder Gemeinschaftsverpflegungen zu erleichtern.“

Im Lexikon des Ernährungsportals Baden-Württemberg sind die Produkte in folgende Kategorien unterteilt:

  • küchenfertig (z. B. Tiefkühl-Gemüse, Fischfilet, Mischsalat, Backmischung)
  • garfertig (z. B. Nudeln, Schnitzel (paniert) Tiefkühl-Pommes)
  • aufguss-/anrührfertig (z. B. Kartoffelpüreepulver, Instantgerichte, Tütensuppe)
  • zubereitungsfertig (z. B. Konserven, Tiefkühl-Fertiggerichte, Mikrowellengerichte)
  • verzehrfertig (z. B. Fischkonserven, Backwaren, Schokoriegel oder Fruchtjoghurt)

Auf (fast) all diese Produkte versuche ich im Oktober zu verzichten. Ich sage fast, weil die Grenzen dessen, was ich als Convenience-Produkt bezeichnen würde, oft fließend sind. Beispiel gefällig? Frischkäse ist eigentlich nur eine Zutat, was aber ist mit Kräuterfrischkäse? Könnte man die Kräuter nicht selbst hinein schneiden? Gleiches gilt für Joghurt: Naturjoghurt ist ok, Fruchtjoghurt nicht.

So gut es geht, versuche ich solche Dinge derzeit zu vermeiden. Mit einigen wenigen Ausnahmen. Brot zum Beispiel. Irgendwie ist es ja schon ein Fertigprodukt, aber der Aufwand, dieses Grundnahrungsmittel ständig selbst zu machen, ist mir einfach zu groß. Ähnlich sieht es mit Nudeln aus. Obwohl wir sogar eine Nudelmaschine zu Hause haben und diese auch schon einige Male benutzt haben, blieb sie in diesem Monat noch im Schrank. Es ist einfach unglaublich aufwändig.

Dafür haben wir jede Menge andere Dinge selbst zubereitet: Tomatensauce, Basilikum-Pesto, Salatdressing, Köfte und eine Art Ajvar zum Beispiel. Immer wieder stelle ich dabei fest: Kochen macht mir wirklich Spaß – nur eben nicht jeden Abend. Zum Glück unterstützt Thomas mich sehr gut und wir wechseln uns häufig ab oder kochen einfach gemeinsam.

Die Reste des Abendessens packe ich mir dann für den nächsten Tag als Mittagessen für die Arbeit ein. Das funktioniert ganz gut, führt aber auch dazu, dass ich kaum noch aus dem Büro komme, weil ich die Mittagspause dort im Haus verbringe – alleine, weil die Kollegen Essen holen gehen.

Dass Take-Away und Fast Food generell verboten sind, versteht sich ja wohl von selbst. Ich esse auch keinen Kuchen oder andere Teilchen vom Bäcker und auch kaum Süßigkeiten – mit Ausnahme von Nüssen und schwarzer Schokolade. Dafür werde ich bei den Desserts kreativ: Es gab schon süße Nussnudeln und gebackene Banane.

Ach ja, essen gehen ist – in Maßen zumindest – erlaubt. So lange ich sicher sein kann, dass keine Fertigprodukte zum Einsatz kommen. Dafür muss man besonders sorgfältig auswählen. Einmal waren wir zum Beispiel im „C’era una Volta“, wo sogar die Nudeln und das Eis selbst gemacht sind. Und auch bei Freunden darf ich mitessen: So lange sie selbst den Kochlöffel schwingen …