Sendepause – prall gefüllt

Meine einmonatige Sendepause ist vorbei. Der Verzicht aufs Fernsehen ist mir – wie erwartet – nicht allzu schwer gefallen. Mehr Zeit für die Erfüllung meiner Pflichten hatte ich aber trotzdem nicht – ich habe einfach jede Menge anderer Aktivitäten in die fernsehfreie Zeit gepackt.

Die Flimmerkiste war in meinem Leben tatsächlich präsenter, als sie mir wichtig war. Klar habe ich mich über Nachrichtensendungen und Dokus auch informiert, aber vor allem hatte ich lange geglaubt, mich beim Fernsehen nach einem anstrengenden Arbeitstag entspannen zu können. Einfach mit leerem Blick in die Kiste starren, nicht mehr selbst das Hirn zermartern, berieseln lassen.

Doch so entspannend ist das gar nicht. Werbung nervt, Unterschichten-TV verblödet, Wiederholungen langweilen. Im Prinzip regt mich Fernsehen – und vor allem das ganze Drumherum – oft mehr auf, als es mich beruhigt. Meistens ist es schlicht verschwendete Lebenszeit. Sport wird auf morgen verschoben, Bücher bleiben ungelesen liegen, die Hausarbeit auch. Und ich gebe zu: Hin und wieder habe ich einen faulen Abend auf der Couch sogar einem Treffen mit Freunden vorgezogen.

Fix und fertig bin ich nach diesem Juli zwar auch, aber zufriedener. Denn körperlich ist so ein vollgepackter Terminkalender sogar anstrengender – fast jeden Abend habe ich Freunde getroffen, war mit Thomas unterwegs oder hatte Termine für die Arbeit –, aber für den Geist und die Seele war es Balsam. Viel besser als stumpfsinnig auf der Couch zu sitzen. Nach diesem Monat hat das TV eigentlich gar keinen Platz mehr in meinem Leben.

Am Rande ist mir noch etwas aufgefallen: Es wird immer schwieriger, Videos aus den Weg zu gehen. Denn auch das habe ich im Juli versucht. Irgendwie sind sie inzwischen fast allgegenwärtig, egal ob online, in der Arbeit oder bei What’s app. Bei Facebook gibt es immerhin eine Funktion, um das automatische Abspielen auszuschalten. Und wenn man sich mal so anschaut, was da zum Teil für Filmchen kursieren, würde ich mir manchmal wünschen, auch die Videofunktion so manches Handys abstellen zu können. 😉

Trotz all dieser Erkenntnisse habe ich mich auch darauf gefreut, den Fernseher wieder anzuschalten. Auch wenn ich am ersten Tag gar nicht daran gedacht habe, dass ich das ja nun wieder darf. Klar war es in einem mit Veranstaltungen überquellenden Monat wie Juli einfacher, meine Freizeit alternativ zu füllen, als im trüben November. Aber vielleicht hätte es mir gerade in einem so vollen und auch anstrengenden Monat besonders gut getan, die Füße hin und wieder hoch und einen Fernsehabend einzulegen.

Es spricht ja auch nichts dagegen, ab und zu einen schönen Film, die Lieblingsserie oder Fußball zu kucken. Nur sollte das nicht die Haupt-Freitzeitbeschäftigung sein, die andere, vielleicht schönere Dinge verdrängt.

A propos Fußball: Einmal hatte ich dann doch kurz mit dem Fernsehverbot gehadert, als die Zweitliga-Saison losging und ich das Auftaktspiel des Club in Freiburg nicht sehen konnte, obwohl es live auf Sport1 übertragen wurde. Stattdessen war ich mit Freunden im Biergarten. Doch als ich die Wasserstandsmeldungen zum Spiel gehört habe (zur Halbzeit stand es schon 4:0 für Freiburg und am Ende kassierte der FCN eine peinliche 6:3-Niederlage), war ich dann doch ganz froh, dass ich mir das erspart hatte. Auf den Club ist halt Verlass …