Einfach mal genießen

Mit dem Juni geht heute nicht nur mein Anti-Prokrastinationsmonat (was für ein Wort!) zu Ende. Es ist auch Halbzeit für mein Blog-Projekt. Zeit für ein doppeltes Fazit.

Der Juni war, was mein Verzichtsvorhaben angeht, mein wahrscheinlich erfolglosester Monat im laufenden Jahr. Obwohl ich mich bemüht habe, ist es mir nicht konsequent gelungen, meine Aufgaben sofort zu erledigen. Und schon ist der Monat zu Ende.

Umsonst war er trotzdem nicht. Immerhin habe ich mir eine To-do-Liste angelegt, auf der all das zusammengefasst ist, was ich seit geraumer Zeit vor mir her schiebe. Einige Punkte konnte ich streichen oder anleiern – andere kamen neu hinzu. Diese Liste wird jetzt aber nicht einfach in der Schublade verschwinden, ich werde alle Punkte priorisieren und abarbeiten – aber immer schön der Reihe nach.

Denn wer sich zu viel vornimmt, schafft am Ende nur wenig. Wenn ich den ganzen Tag gearbeitet habe, möchte ich abends nicht noch mehr Pflichten erfüllen müssen. Besser ist es für mich, meine Aufgaben in kleine, machbare Portiönchen einzuteilen und sie nach und nach anzugehen. Dabei tut es mir gut, mich auch über kleine Erfolge zu freuen, statt mir ständig vorzuhalten, was noch alles getan werden muss.

Das gilt auch insgesamt für „Mein Monat ohne“. Nach einem halben Jahr kann ich sagen, dass ich froh bin, dieses Projekt begonnen zu haben. Auch wenn ich nicht so regelmäßig davon berichte, wie ich es vielleicht gerne würde. Das Interessante ist schließlich der Versuch an sich. Ich bin immer wieder überrascht, auf wie Vieles ich ganz einfach für eine Weile verzichten kann – egal ob Handy, heißgeliebte Speisen oder Alkohol. Ich konnte sogar Gewohnheiten ändern und jeden Tag 10.000 Schritte machen.

Aber seinen Charakter, den verändert man nicht so einfach von heute auf morgen. Und so waren meine Monate ohne Fluchen, Schimpfen und Prokrastinieren bisher auch die schwersten. Eigenschaften, die zur eigenen Persönlichkeit dazu gehören, stellt man eben nicht ohne Weiteres ab. Und das muss man auch nicht unbedingt. Denn auch das habe ich gelernt: Wer genießen kann, ist eindeutig im Vorteil. Und dafür muss man manchmal auf den Verzicht verzichten.

Mir tut es hin und wieder ganz gut, etwas aufzuschieben, wenn ich dadurch Freiraum für Schönes schaffe und das schlechte Gewissen einfach zu Hause lasse. Beispiel gefällig? Die Tage in Rom waren ein Traum – wunderschöne Stadt, perfektes Wetter, fantastisches Essen und die besten Begleiter, die man sich vorstellen kann (siehe Bild). An dieser Stelle sei kurz gesagt: Danke ihr Lieben für die wunderbare Zeit und eure entspannte „Nichts-muss-alles-kann-Mentalität“ – genau das habe ich gebraucht – P.S.: „No wine – no Party“ :-*

In diesem Sinne: Auf geht’s in die zweite Halbzeit!