Es ist vollbracht

10.000 Schritte am Tag. Was im ersten Moment gut machbar klingt, ist im zweiten eine ganz schöne Herausforderung. Vor allem, wenn man von Unvorhergesehenem in seinem Vorhaben unsanft ausgebremst wird, wie in meinem Fall von der Magen-Darm-Grippe in der ersten Woche. Vier Tage war ich außer Gefecht und habe fast 30.000 Schritte Miese gemacht. Um am Ende doch noch auf einen 10.000er Schnitt – also insgesamt 310.000 Schritte – zu kommen, musste ich das irgendwie in den Wochen danach wieder ausgleichen.

Stolz darf ich verkünden: Ich habe es geschafft. Genau 314.682 Schritte (über 220.000 Meter) hat mein Handy in den 31 Tagen gezählt. Das macht im Schnitt 10.151 täglich. Mein Top-Wert lag bei 20.167 Schritten, also über 14 Kilometer, am allerletzten Tag, mein Flop-Wert bei 1060 am schlimmsten Krankheitstag.

Ansonsten habe ich die 10.000-Marke meist geknackt – auch wenn es nicht immer einfach war. Am Wochenende beim Wandern über 10.000 Schritte zu machen ist kein Problem – das täglich zu schaffen dagegen schon. Besonders hart war es nach langen, anstrengenden Arbeitstagen, wenn ich einfach nur noch rumliegen wollte und stattdessen die Laufschuhe schnüren und noch ein paar Runden im Stadtpark drehen musste.

Um mein Pensum überhaupt zusammenzubekommen, habe ich alle möglichen Strecken zu Fuß zurückgelegt: ob zum Einkaufen in die Innenstadt, zum Italiener in der Südstadt oder zur Kerwa in Gostenhof. Und wenn es einmal gar nicht anders ging, wurden die letzten fehlenden Schritte beim „Standjogging“ daheim vor dem Fernseher gesammelt.

Jedes Mal, wenn ich das Handy aus Versehen einmal nicht einstecken hatte, hab‘ ich mich kurz geärgert über die „verschwendete“ Bewegung (wie dämlich). Und das war speziell nach meinem Monat ohne Smartphone im Februar am Anfang gar nicht so leicht. Wie ich mich freue, das Telefon jetzt einfach wieder rumliegen lassen zu können!

Jetzt, da der Monat zu Ende ist, tun die Füße weh und die Beine sind schwer. Trotzdem merke ich auch, dass meine Fitness sich schon in der kurzen Zeit deutlich verbessert hat. Das Laufen geht von Mal zu Mal besser, die Muskulatur ist straffer. Und es hat gut getan, jeden Tag an der frischen Luft zu sein – egal bei welchem Wetter. Auch auf der Waage macht sich der Mai positiv bemerkbar: Knapp zwei Kilos sind gepurzelt.

Trotzdem bin ich froh, dass es vorbei ist. Sicher, regelmäßige Bewegung ist gut und tut gut, aber es ist auch wichtig, dem Körper zwischendurch Ruhepausen zu gönnen. Für die Zukunft will ich versuchen, auf etwa 7000 Schritte am Tag zu kommen – allerdings möchte ich das weniger sklavisch sehen und immer erst nach einem Monat ein Fazit ziehen. Auf diese Weise ist auch mal ein richtiger Faulenzertag drin – und den werde ich mir jetzt auch so bald wie möglich gönnen!