Licht und Schatten

Mein Monat ohne Bewegungsmangel neigt sich so langsam aber sicher dem Ende zu. Und ich stelle fest: Vor lauter Bewegung bin ich kaum zum Schreiben gekommen – kein Witz! Na gut, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber das viele Laufen hält einen im wortwörtlichen Sinne ganz schön auf Trab.

10.000 Schritte (das entspricht bei mir rund 8 Kilometern) sind eine ganz schöne Hausnummer, die ich in den vergangenen Wochen meistens, aber nicht immer erreicht habe. Obwohl es im ersten Moment vielleicht nicht nach viel klingen mag, ist es doch hart, diese Strecke jeden Tag zurück zu legen. Wer am Wochenende wandern geht oder eine längere Joggingrunde einlegt, hat die Distanz schnell erreicht. Aber was tun, wenn der Tag bereits vollgepackt ist mit Arbeit und anderen Verabredungen? Die Konstanz ist die eigentliche Herausforderung. Deshalb versuche ich vor allem, Ende Mai einen 10.000er Schnitt zu erreichen – was nicht einfach wird, nach dem Totalausfall gleich zu Monatsbeginn …

Nachdem mich ein Magen-Darm-Virus niedergestreckt hatte und ich mein Pensum nur mühevoll von 1000 Schritten zwischen Bad und Bett auf 5000 in der ersten Erholungsphase ankurbeln konnte, ist inzwischen wieder Normalität eingekehrt. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich die magische Grenze immer überschritten – selbst wenn das bedeutete im Wohnzimmer vor dem Fernseher minutenlang auf der Stelle zu laufen und mir das freche Grinsen meines Ehemannes anzuschauen. „Also ehrgeizig bist du, das muss ich dir lassen“, war sein Kommentar.

Manchmal geht es aber eben einfach auch nicht – Ehrgeiz hin oder her. So wie vergangenen Donnerstag. Da hatten wir schon am frühen Abend Freunde zum Grillen eingeladen. Ich also extra früh morgens angefangen zu arbeiten, nach Feierabend schnell zum Einkaufen, dann noch Salate gezaubert und die Wohnung kurz durchgewischt – schon standen die ersten Gäste auf der Matte. Da war an Sport nicht mehr zu denken. Immerhin: Als gute Gastgeberin versucht man seinen Freunden ja jeden Wunsch zu erfüllen und auch das hält auf Trab. Am Ende bin ich trotzdem nicht über 4700 Schritte hinaus gekommen.

Schier unmöglich ist dieses Pensum auch an einem der besonders langen Sonntagsdienste. Nachdem ich am 17. Mai nach 12 Stunden Arbeit endlich zu Hause angekommen war, habe ich mich trotzdem noch in meine Laufsachen geworfen und bin für eine Runde in den Stadtpark gegangen. Doch die Beine waren schwer und so habe ich nach 4,2 Kilometern das Handtuch geworfen und hatte somit an diesem Tag nur 8536 Schritte geschafft. Immerhin wurde ich für meine Mühe mit einem wunderschönen Abendhimmel belohnt (siehe Bild).

Das ist übrigens auch das Schönste an der vielen Bewegung. Ich bin ohnehin gerne draußen, gehe viel und lange spazieren. Doch durch meine Aufgabenstellung in diesem Monat werde ich auch an Tagen, an denen ich eigentlich so gar keine Lust habe und am liebsten nur auf der Couch vor mich hin gammeln würde, dazu gezwungen, den Hintern hoch zu bekommen. Meistens geht es mir danach viel besser und ich bin froh über die frische Luft, die Ablenkung, die schöne Natur und die nette Gesellschaft, die mein Thomas mir meistens dabei leistet. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an meinen liebsten Begleiter :-*