Mein Monat ohne Bewegungsmangel

Bewegung ist gesund, hilft Stress abzubauen, macht schlank und glücklich. Grund genug im Monat Mai dem inneren Schweinehund (siehe Bild) und damit dem Bewegungsmangel den Kampf anzusagen.

Wie viel Bewegung wirklich gesund ist, dazu gibt es allerlei Abhandlungen und Formeln. Von 30 Minuten Sport am Tag mit einem Puls über 140, bis zu diversen Intervallen über den Tag verteilt gibt es alle möglichen Methoden. Ich habe mich für eine Zählweise entschieden, die für mich einfach nachzuvollziehen ist: Ich versuche mindestens 10.000 Schritte am Tag zu gehen.

Überprüfen kann ich das ganz einfach durch eine Schrittzähler-App auf meinem Handy, die meine Bewegungen zählt, ohne dass ich mich weiter darum kümmern muss. Sie kann sogar zwischen Radfahren und Joggen unterscheiden und rechnet das Ganze dann mit ein. Der einzige Haken: Man muss das Handy dafür schon einstecken haben, was mir bisher nicht immer so gut gelingt Aber was man nicht im Kopf hat, hat man ja bekanntlich in den Beinen – und darum geht’s ja in diesem Monat.

10.000 Schritte entsprechen (je nach Schrittlänge) rund acht Kilometern am Tag und sollen die Gesundheit fördern. Auf der Homepage zehntausendschritte.de, einer bundesweiten Initiative, die die Menschen zu mehr Bewegung motivieren möchte, findet man einige Informationen dazu, warum das so ist. Demnach soll diese Menge am Schritten nicht nur beim Abnehmen helfen und die Fitness steigern, sondern auch Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Altersdiabetes, Rückenschmerzen, Depressionen und sogar Herzinfarkte oder Krebs verhindern.

Allerdings läuft in Deutschland kaum jemand so viel. Laut der Homepage schafft eine Telefonistin durchschnittlich nur 1.200 Schritte am Tag, ein Manager 3.000 und ein Verkäufer 5.000. Nur ein Postbote kommt auf 15.000. Ich habe mich in den vergangenen Wochen einmal selbst beobachtet und festgestellt, dass ich im Schnitt etwa 4000 bis 5000 Schritte am Tag schaffe. Mit Ausreißern weit über die 10.000-Marke am Wochenende und mickrigen 2500 Schritten, wenn ich nach der Arbeit direkt auf die Couch falle.

Zeit also mich zu steigern und der Mai ist ein geradezu idealer Monat dafür, weil man endlich wieder gerne raus geht. Die ersten Tage liefen auch richtig gut. Schon am 30. April hatte ich über 13.000 Schritte geschafft. Am 1. Mai waren wir wandern in Königstein (10.187 Schritte). Am Samstag habe ich das Ziel knapp verpasst (9.885 Schritte), allerdings nur, weil ich mit Julia und Martina essen und danach auf einen Drink war und die restlichen Schritte deshalb erst nach 0 Uhr zusammen kamen (da half auch ein Sprint entlang der Burgmauer nicht mehr, das Maß noch rechtzeitig voll zu kriegen). Am Sonntag haben die fünf Kilometer Joggen geholfen (10.245 Schritte) und am Montag (11.093 Schritte) ein langer Abendspaziergang vom Maxfeld, über Johannis, durch die Innenstadt und über den Burgberg zurück nach Hause.

Das war’s dann aber auch leider schon mit meiner kleinen Erfolgsgeschichte, denn dann machte mir eine Magen-Darm-Grippe einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Auch wenn es hier vielleicht nicht hin gehört, möchte ich eines kurz sagen: Wer krank ist oder eine komplett Grippe-verseuchte Familie zu Hause hat, sollte es sich echt zwei Mal überlegen, ob er sich und die (noch) gesunde Tochter echt zu einer Party schleppen sollte oder ob er krank für die ganze Gesellschaft einen Salat zubereitet. Ich finde es zumindest ziemlich rücksichtslos, jemandem die Hand zu schütteln und im nächsten Atemzug zu sagen: „Bin ja mal gespannt, wann es bei uns los geht.“ Vielen Dank auch dafür!

Bei mir ging es am Dienstag los und – ich fasse mich kurz – erst gestern Abend (Freitag) konnte ich zum ersten Mal wieder richtige Nahrung zu mir nehmen (Kartoffeln und Karotten). Und es wird wohl auch noch eine Weile bei der Schonkost bleiben. Dementsprechend bescheiden fällt auch meine Schritte-Bilanz der bisherigen Woche aus. Am Dienstag (dem schlimmsten Tag) habe ich gerade einmal 1063 Schritte zwischen Bett und Bad zurück gelegt, am Mittwoch waren es, dank einer Mini-Runde um den Block zum Kreislaufankurbeln, 3204. Am Donnerstag (5022) und Freitag (4925) habe ich mich so viel bewegt, wie nur möglich. Immerhin hat es für die Hälfte gereicht.

Ich werde versuchen, diesen Ausfall über den Rest des Monats hinweg wieder zu kompensieren. Heute geht es los. Ich treffe mich mit Yoko und klein Louie und wir gehen spazieren. Immerhin ein Anfang. Die Motivation ist zumindest schon einmal zurück. Wünscht mir Glück! 🙂