Endlich wieder Kaffee!

Er ist vorbei, mein Monat ohne meine drei Laster: Kaffee, Alkohol und Süßes. Werde ich zukünftig etwas an meinem Verhalten ändern? Teils teils. Habe ich etwas gelernt in den vergangenen vier Wochen? Aber ja!

(Der Stern hat unter dem Titel „Amusement für die Seele“ eine interessante Reihe genau zu diesen Themen – plus Tee– recherchiert. Sehr lesenswert! Hier der Link.)

Zum Alkohol:
Es ist ja allgemein bekannt, dass Alkohol dem Körper nichts Gutes tut. Er macht dick, krank und – bei extremem Konsum – auch noch hässlich und alt. Wer tut sich das schon freiwillig an, sollte man meinen. Nun, das sind so einige. Laut der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahr trinkt jeder Deutsche im Jahr 9,9 Liter puren Alkohol, was rund 610 Dosen Bier entspricht. 1,7 Millionen Menschen hierzulande gelten als abhängig und 7,4 Millionen trinken so viel Alkohol, dass er stark gesundheitsgefährdend ist.

Die Folgen: Alkohol schädigt Gehirn, Nerven, Magen, Darm und Leber, erhöht das Krebsrisiko im Mundraum, in der Speiseröhre und in der Bauchspeicheldrüse, er verändert das Hautbild und so manchen Charakter.

Als risikoarm gelten für Männer nicht mehr als zwei Gläser Alkohol pro Tag (ein kleines Bier, ein Glas Wein oder ein Gläschen Schnaps) und für Frauen ein Glas am Tag. An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte zudem ganz auf Alkohol verzichtet werden. Wer mehr wissen will, ist auf der Seite  www.kenn-dein-limit.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gut aufgehoben. Dort gibt es neben allerlei Info auch einen Selbst-Test. Viel Spaß dabei …

Mein persönliches Fazit: Ich bin nicht überrascht, aber trotzdem froh, dass es mir so leicht gefallen ist, auf Alkohol zu verzichten. Zwar habe ich am Freitagabend bei meinen Eltern einen Rotwein und am Samstag beim Abendessen mit Julia und Martina ein Glas Weißwein getrunken, aber dabei ist es auch geblieben. Und ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, noch seltener zum Gläschen zu greifen. Zweimal die Woche müsste eigentlich genügen. Mal sehen, ob sich das Rotweintrinken am Abend wieder schneller einschleicht als gedacht …

Zu den Süßigkeiten:
Auch Zucker und wertlose Kohlenhydrate, wie sie in Süßigkeiten zu finden sind, haben viele negative Auswirkungen auf uns. Zu viel davon macht müde, antriebslos und auf Dauer sogar depressiv und krank. Auf der Seite www.zentrum-der-gesundheit.de sind noch ganz andere furchtbare Dinge über Zucker und Kohlehydrate zu lesen. Einiges davon halte ich allerdings für übertrieben.

Zucker hat – in geringen Dosen genossen – durchaus seine Vorzüge, denn er liefert schnell Energie, steigert die Konzentrationsfähigkeit, dämpft die Nervosität und macht durch die Ausschüttung des Hormons Serotonin glücklich. Dafür reichen aber schon 2,5 Esslöffel Zucker oder alternativ 60 Gramm irgendeiner Süßigkeit. Mehr verstärkt den Effekt nicht. Laut der Stern-Recherche sollte „eine Frau pro Tag höchstens zehn Prozent der Energie in Form von Zucker zu sich nehmen. Das entspricht etwa 200 Kilokalorien oder zwei Gläsern Cola, 60 Gramm Gummibärchen oder zwei Riegeln Schokolade. Männer wiegen mehr, deshalb dürfen sie entsprechend mehr naschen, Kinder entsprechend weniger.“

Mein persönliches Fazit: Am Anfang fiel es mir schwer, gar nichts Süßes zu essen. Aber nach ein paar Tagen war der Zucker aus meinem System und damit auch aus dem Kopf. Plötzlich war es ganz einfach, zu widerstehen (Künefe war die absolute Ausnahme 😉 ) und ich hatte auf einmal total viel Energie. Statt Süßem habe ich öfter eine Hand voll Nüsse und noch mehr Obst als sonst gegessen (Fruchtzucker macht natürlich auch dick, ist aber gesünder). Eines habe ich auf jeden Fall gelernt: Erst überlegen und nur dann zugreifen, wenn es die Süßigkeit absolut wert ist. Wer sich fragt, ob der Verzicht auch einen positiven Effekt auf der Waage hatte, den muss ich etwas enttäuschen: Nur ein Kilo habe ich abgenommen. Allerdings konnte ich krankheitsbedingt auch vier Wochen keinen Sport machen, was das Ergebnis etwas verzerrt.

Zum Kaffee:
2,6 Tassen am Tag oder 6,9 Kilo Kaffee im Jahr trinkt der durchschnittliche Deutsche. Diese Menge halten viele Quellen für völlig unbedenklich. Sogar Schwangere müssen nicht ganz auf Kaffee verzichten. Wer allerdings an Bluthochdruck leidet oder einen sehr empfindlichen Magen hat, sollte die braune Brühe lieber meiden – oder Espresso statt Filterkaffee ausprobieren, denn der ist weniger stark und hat eine bekömmlichere Röstung.

Manche sagen Kaffee gar eine gesundheitsfördernde Wirkung nach: Er fährt den Blutdruck hoch und macht dadurch wach, er stimuliert das Gehirn und steigert die Konzentrationsfähigkeit, angeblich soll er sogar Gefäßverkalkung verhindern. Allerdings stellt sich schon nach kurzer Zeit eine Gewöhnung ein und man braucht mehr, um denselben Effekt zu erzielen. Anders als viele glauben, macht Kaffee aber nicht wirklich abhängig, denn er funktioniert nicht wie eine Droge. Trotzdem können starke Kaffeetrinker beim Verzicht Kopfschmerzen bekommen. Ich bin davon verschont geblieben, aber ich trinke auch nicht sooo viel.

Andere behaupten wiederum, dass Kaffee sehr wohl ungesund ist (www.zentrum-der-gesundheit.de). Ihnen zufolge fördert er den Adrenalinausstoss und versetzt uns dadurch in Stress. Sogar Kopfschmerzen, Depressionen, Angstzustände oder Schlafstörungen werden ihm zugeschrieben. Dazu kommt, dass einige (billige) Kaffeesorten stark mit Pestiziden belastet sind.

Mein persönliches Fazit: Nichts konnte mich bei meinen Recherchen wirklich davon überzeugen, dass Kaffee schädlich ist. Denn hier scheiden sich echt die Geister. Die einen sagen so, die anderen so. (Mit den zehn größten Irrtümern zu Kaffee räumt die Seite medizin.de angeblich auf). Ich für meinen Teil achte schon länger darauf, dass ich zumindest fair gehandelten Bio-Kaffee kaufe, um sicher zu gehen, dass die Produktion sowohl unter menschenwürdigen Bedingungen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten verläuft. Kaffee habe ich in den vergangenen Wochen am meisten vermisst und ich werde ihn wohl auch in Zukunft in ähnlichen Mengen konsumieren, wie bisher. (Das Bild zeigt den ersten Latte macchiato nach dem Verzicht.)