Künefe ist eine Sünde Wert

Ich habe gesündigt. Nur einmal, aber es ist passiert. Interessanterweise war es nicht der Kaffee, der mir am meisten fehlt, bei dem ich schwach geworden bin.

Es war auf Robert’s Geburtstagsparty. Und nein, es war auch nicht der Alkohol, dem ich verfallen bin, sondern einer Nachspeise. Mina hatte extra für die Feier Künefe vorbereitet – ein türkisches Dessert aus Käse, dünnen Nudeln, Zuckerwasser und Pistazien, dazu Vanilleeis. Klingt ungewöhnlich? Schmeckt fantastisch!

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt zwei sowohl körperlich als auch psychisch wirklich harte Wochen hinter mir und als alle in Begeisterungsstürme ausbrachen, als sie die Nachspeise probierten, gab ich meinem Verlangen ein einziges Mal nach.

Ich könnte das jetzt als Niederlage werten, was es bestimmt auch irgendwie ist. Allerdings hatte ich noch nie Künefe gegessen und werde das vielleicht auch nicht so schnell wieder tun (seufz). Wenn ich also aus diesem Monat gelernt habe, dass man in besonderen Fällen eine Ausnahme machen kann, dafür aber bei gewöhnlichem Süßkram lieber widersteht, ist das auch schon was. Dieser Verstoß gegen meine selbst auferlegten Regeln jedenfalls war es mir wirklich wert.