Die Hälfte ist geschafft

Seit über zwei Wochen verzichte ich nun auf drei meiner größten Laster – Alkohol, Kaffee und Süßes. Und ich muss sagen, es fällt mir ganz unterschiedlich schwer.

Alkohol ist dabei noch das geringste Problem. Klar hätte ich mir neulich beim Italiener lieber ein Glas Rotwein zu den Nudeln bestellt, als eine Maracujaschorle, aber es geht auch so.

Etwas nervig finde ich, dass ich mich, wenn ich Alkohol abgelehnt hatte, schon ein paar Mal rechtfertigen und erklären musste: „Nein, ich bin nicht schwanger.“ Warum ist es eigentlich nur bei Schwangeren und Autofahrern geduldet, wenn sie einfach nur ein Glas Wasser bestellen?

Vor kurzem hatten wir spontan ein paar Freunde zum Grillen eingeladen. Und weil zum Fleisch Bier offenbar dazu gehört, dachte ich mir, es wäre der perfekte Moment, um mein erstes alkoholfreies Bier zu probieren (siehe Bild). Bisher bin ich nie auf die Idee gekommen, eines zu bestellen. Warum auch? Wenn ich kein Bier will, trinke ich eben Apfelschorle.

Und das werde ich auch in Zukunft tun. Denn, wenn alkoholfreies Bier so schmeckt, verzichte ich lieber ganz darauf. Selbst mit Limo gemischt wurde es nur unwesentlich besser. Einen Versuch war es aber Wert, auch wenn ich weiß, dass selbst alkoholfreies Bier nicht komplett ohne Alkohol auskommt.

Ich bin ja mal gespannt, wie es heute Abend wird. Da sind wir nämlich zum Geburtstagsgrillen eingeladen und der Alkohol wird wohl in Strömen fließen …

Auf Süßes zu verzichten fiel mir, vor allem am Anfang, schon etwas schwerer. Es hat tatsächlich ein paar Tage gedauert, um meine Lust auf Zucker aus dem System zu bekommen. Das ist wirklich erschreckend, weil ich gar nicht dachte, dass ich so viel Süßes esse. Aber anscheinend reicht es schon, hin und wieder ein Stück Kuchen zu verputzen oder eine Rippe Schokolade zu schlemmen, um am Haken zu sein.

Nach ein paar Tagen allerdings war die Zuckersucht überwunden und ich dachte gar nicht mehr an Schokolade und Co. Selbst in der Arbeit, wo es eigentlich immer Süßes in irgendeiner Form gibt, kann ich bisher gut widerstehen. Als neulich das Wetter so schön war, fand ich es allerdings schon hart, Thomas beim Eisschlecken einfach nur zuzusehen.

Am meisten fehlt mir aber interessanterweise mein Kaffee. Wenn die Kollegen sich einen Cappuccino oder Espresso holen und der milde Röstgeruch durchs Büro wabert, verlangt mein Körper unweigerlich nach Koffein. Auch am Wochenende, wenn wir uns ein ausgedehntes Frühstück erlauben, wie heute, fehlt mir die braune Brühe mit dem Milchschaum oben drauf schon sehr. Und dann frage ich mich: Welcher Idiot hatte denn die Idee mit dem Kaffeeverzicht? So schädlich ist er doch gar nicht.

Oder doch? Ist es denn normal, dass ich auf so Vieles ohne Probleme verzichten kann, aber ständig Lust auf Kaffee habe? Wer hätte das gedacht. Mal sehen, ob und wann das nachlässt.