Mein Monat ohne Laster

Jeder Mensch hat so seine Laster. Was ist es bei dir? Rauchen vielleicht? Zu viel essen? Bei mir konnte ich drei Haupt-Übeltäter identifizieren: Kaffee, Alkohol und Süßes. Im April will ich sie alle aus meinem Leben verbannen.

Speziell nach zwei Wochen USA-Urlaub wird es mir wohl gar nicht so leicht fallen, meine Gewohnheiten umzustellen. Es war wirklich eisig kalt in New England und weil es an jeder Ecke einen Starbucks gibt, in dem man sich aufwärmen und das kostenlose WiFi nutzen kann, floss der Kaffee in Strömen. Und selbst wenn ich in keinem Café laktosefreie Milch entdecken konnte (da haben wir den Amis etwas voraus), so war doch meist Soja- und ab und zu auch Kokosmilch im Angebot für meinen Cappuccino.

Da ich mit Martin unterwegs war, dürfte es für diejenigen, die ihn kennen, nicht verwunderlich sein, dass auch reichlich Bier getrunken wurde. Obwohl er jetzt protestieren und sagen wird, dass es sich echt im Rahmen gehalten hat. Stimmt. An einem Abend haben wir sogar gar nichts getrunken.

Und Süßigkeiten – wo soll ich anfangen im Land der Donuts, Muffins und Schokoladenberge …

Meine drei Laster machen mir aber bei weitem nicht nur im Urlaub zu schaffen. Auch zu Hause habe ich einen recht ordentlichen Kaffee-Konsum. Dabei muss es nicht immer ein Milchkaffee oder Cappuccino sein. Ich trinke ihn auch schwarz, als Espresso oder türkischen Kaffee. Mir ist die dunkelbraune Brühe in fast jeder Art willkommen. Ob das immer so gesund ist, daran scheiden sich ja die Geister.

Was den Alkohol angeht, so ist es im Alltag eher der Wein, zu dem ich greife. Bier trinke ich nur hin und wieder zum essen, abends beim Weggehen oder im Sommer als Radler. Aber mit Rotwein kriegt man mich meistens. Egal ob im Restaurant oder zu Hause auf der Couch – ein Glas Wein schmeckt immer und hilft, nach einem anstrengenden Tag zu entspannen.

Gute Laune machen mir auch Süßigkeiten. Dabei bin ich weniger für salzige Versuchungen anfällig, als für süße, speziell Schokolade, Kuchen oder Muffins. Und obwohl ich behaupten kann, noch nie in meinem Leben eine ganze Tafel Schokolade auf einmal verdrückt zu haben, ist mein Süßigkeiten-Konsum doch ordentlich. Ich esse nicht viel auf einmal, aber stetig.

Dieses Verhalten hat wohl mit dazu geführt, dass freche Elfen nachts meine Kleidung enger genäht haben und mir jetzt so einiges nicht mehr passt. Ich esse zwar im Großen und Ganzen gesund und auch nicht zu viel, wenn aber dann hin und wieder am Nachmittag ein Stück Kuchen oder am Abend ein oder zwei Gläser Wein und eine Rippe Schokolade dazu kommen, hilft auch der Salat vom Mittagessen nicht.

Für den April heißt das also: Kein Kaffee jeglicher Brühart. Kein Alkohol, auch nicht in Soßen. Keine Süßigkeiten – weder süße, noch salzige.

Meine erste Prüfung habe ich übrigens bereits hinter mich gebracht. Unsere Freunde Yoko und Marcel waren heute mit dem kleinen Louie zum Osterbrunch zu Besuch und hatten Brötchen und Schokocroissants mitgebracht. Ich war ganz brav und hab mich zurückgehalten, auch wenn die süßen Teilchen echt lecker aussahen. Schwieriger war es, den Kaffeegeruch in die Nase zu bekommen und selbst keinen trinken zu können. Ich hab‘ mir stattdessen einen schwarzen Tee gegönnt – mit ein bisschen Milchschaum drauf. Schmeckt auch.

Nun kann sich zeigen, ob sich der Verzicht im April positiv auf der Waage auswirkt und ob ich den Kaffee-Entzug auch so körperlich zu spüren bekomme, wie einige Bekannte das bereits vorhersagen.