On my way to the USA

Ich sitze gerade im Zug und fahre von Newark Airport in Richtung Washington. 18 Stunden bin ich inzwischen schon auf den Beinen – oder viel mehr sitze ich auf meinem Hintern. Die Anreise ist reichlich beschwerlich. Von Nürnberg nach Düsseldorf mit dem Flugzeug und dann weiter nach Newark Airport (New York), dort dann drei Stunden Wartezeit, bis mich der AmTrak endlich ans Ziel bringt.

Doch obwohl meine Anreise bisher reichlich Potenzial für wüste Flüche hatte, ist mir bisher nur einmal das F-Wort herausgerutscht. Als sich der Teleskopgriff meines Koffers nach der Ankunft in den USA erst nach 15 Minuten und nur mit roher Gewalt bewegen ließ.

Ansonsten habe ich mich wirklich zusammen gerissen: Als es in Düsseldorf eine Verspätung gab, weil die Daten aller Germanwings-Zubringer-Passagiere (also auch meine) nicht übertragen werden konnten und neu nacherfasst werden mussten.

Auch als ich den wohl schlechtesten Platz im Flugzeug bekommen hatte – Mittelreihe, immerhin am Gang, dafür aber einer der wenigen Schalensitze, in den man von allen Seiten eingepfercht ist, ohne Tabletthalterung und mit stark seitlich versetztem Bildschirm. Ich habe die Stewardess ganz freundlich gefragt, ob noch irgendein anderer Platz im Flieger frei ist und hatte Glück.

Wobei ich den Begriff „Glück“ jetzt nicht überstrapazieren möchte. Dieses Mal saß ich in der Mitte, rechts neben mir der Stereotyp eines weißen Amerikaners, der reichlich bemüht war, jedes Klichée, das man von seinen Landsleuten haben könnte, zu bedienen: unfreundlich, genervt, eigentlich zu breit für einen einzelnen Sitz, konnte er sich nicht entscheiden, ob er mir lieber im Sitzen seinen Ellenbogen in die Seite rammen sollte – ohne sich dafür zu entschuldigen versteht sich – oder ob er lieber im Stehen einen nach dem anderen fahren lassen sollte. Aber Tina ist freundlich geblieben.

Und ich habe es auch ausgehalten, als auf einen sehr ruhigen Flug eine absolute Horrorlandung folgte. Die Turbulenzen waren so stark, dass die junge Amerikanerin neben mir zu dem berüchtigten Beutel greifen musste – mir blieb das zum Glück gerade noch erspart. schlecht war mir aber auch eine halbe Stunde nach der Landung noch.

Die lange Anreise hat immerhin einen Vorteil: Auf diese Weise komme ich endlich wieder einmal dazu, etwas zu schreiben.

Jetzt bin ich gespannt, was ich auf meiner kleinen Rundreise durch den Nordosten der USA noch erleben werde und welche Ärger-Herausforderungen das Land der unbegrenzten Möglichkeiten für mich in petto hat.