Da ist noch Luft nach oben

Seit einer Woche versuche ich, das Fluchen und Schimpfen zu vermeiden. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. Zwei Tage waren bisher dabei, von denen ich glaube, Schimpfwort-frei durchgekommen zu sein. 100%ig kann ich’s natürlich nicht sagen, denn vielleicht ist es mir ja gar nicht aufgefallen, als mir doch eines rausgerutscht ist.

Denn das kam in den vergangenen Tagen durchaus öfter vor. Und wenn, dann meist gleich im Doppelpack: Kaum hatte ich das böse S-Wort verwendet und es bemerkt, folgte das nächste auf dem Fuß – als Ausdruck meines Ärgers über mich selbst.

Immerhin: Bewusst und absichtlich habe ich in dieser Woche nur ein einziges Mal geschimpft. Mit einem und über einen besonders unkooperativen Kollegen. Aber das war es Wert. 🙂

Trotzdem hat sich die Frequenz des Schimpfens und Fluchens eindeutig verringert – und ich habe ja noch drei Wochen Zeit, es besser zu machen.

Heute hat mein Chef mich gefragt, ob ich das eigentlich auch nach diesem Monat beibehalten will. Auf jeden Fall möchte ich es versuchen. Schließlich ist das ja Sinn und Zweck des Verzichts – zumindest im März.

Denn anders als in den beiden Monaten zuvor, in denen ich alternative Lebensweisen einfach unverbindlich testen wollte, habe ich mir dieses Mal von Anfang an zum Ziel gesetzt, mein Verhalten auch nachhaltig zu verändern. Denn mir ist durchaus bewusst, dass negative Sprache und negative Gedanken nicht nur mich, sondern auch mein Umfeld entsprechend beeinflussen und mir im Weg stehen können.

Erst heute habe ich eine E-Mail von einem Kommunikations-Coach erhalten, mit dem ich vor einigen Jahren ein Interview geführt habe und der nun auf meinen Blog (bzw. meine Kolumne in der Pegnitz-Zeitung) gestoßen ist. Er schreibt, dass er seit fünf Jahren in Nürnberg Seminare unter dem Titel „Positiv sprechen“ durchführt und hat mir sein Skript dazu geschickt. Darin wird erklärt, wie sehr die Art, wie wir etwas formulieren, nicht nur uns selbst, sondern auch unser Gegenüber beeinflusst.

Eigentlich sollte es uns allen klar sein: Positive Formulierungen können motivieren und führen uns schneller ans Ziel. Das gilt für das Gespräch mit anderen genauso, wie für den inneren Dialog. Wer sich selbst ständig sagt, dass er etwas nicht schafft oder dass er nicht gut genug ist, zieht sich so lange runter, bis er es irgendwann wirklich glaubt. Wer mehr über das „positive Sprechen“ erfahren möchte, findet hier jede Menge an Informationen (An dieser Stelle: Danke für den Link, Herr Kollan).

Auch wenn ich selbst noch keine große Veränderung an mir feststellen kann, so glauben zumindest mein Mann und meine Mutter schon positive Effekte meines März-Vorsatzes auf mich bemerkt zu haben. Sie finden, dass ich entspannter wirke und die Dinge etwas gelassener sehe. Wer weiß, vielleicht hilft es ja tatsächlich schon, bewusst auf Gemecker zu achten, um es einzudämmen.