28 Tage ohne Handy – mein Fazit

Bereits 2010 hat Heise ein kleines Experiment durchgeführt und Passanten Geld dafür geboten, vier Wochen auf ihr Handy zu verzichten. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass sie nicht viel Erfolg damit hatten. Selbst bei der Aussicht auf 5000 Euro wurden nur die wenigsten Testpersonen schwach.

Dabei wären diese eigentlich leicht verdient gewesen, wie ich nach vier Wochen Handyverzicht heute behaupten kann. Mir hat nur leider niemand Geld angeboten. Mein Verdienst ist allein die Erkenntnis, dass es – zumindest für eine Weile – auch sehr gut ohne Smartphone geht und dass der Verzicht auch ein Gewinn sein kann. Vor allem ein Gewinn an Zeit und Ruhe.

Während wir ständig in unser Smartphone starren, verpassen wir so viele Dinge, die um uns herum passieren. Wir checken Facebook, statt mit unserem Gegenüber ins Gespräch zu kommen, wir fotografieren einen Sonnenuntergang, statt ihn mit eigenen Augen zu sehen, wir gehen spazieren und lesen dabei E-Mails, statt die frische Luft zu genießen, wir verbringen Stunden am Display, statt unseren Hobbys nachzugehen.

Doch warum ist das so? Thomas Montag, Psychologe der Universität Bonn, hat dem Hamburger Abendblatt folgende Erklärung gegeben: Die Nutzung von Smartphones sei mit dem Umgang mit Glücksspielautomaten vergleichbar. „Man schaltet das Gerät mit der Erwartung ein, in irgendeiner Weise belohnt zu werden, etwa mit Neuigkeiten. Die Ungewissheit verleitet dazu, immer wieder einzuschalten.“ Negative Auswirkungen könnten der Verlust von Intimität, Produktivität und Lebensfreude sein. (Hier geht’s zum kompletten Artikel.) Deshalb geben Psychologen sogar schon „Tipps zum maßvollen Umgang mit Smartphones“.

Nicht falsch verstehen, ich freue mich auch darauf, das Smartphone morgen wieder einzuschalten. Es ist toll, wie einfach man dadurch den Kontakt zu seinen Freunden pflegen kann, wie schnell man auf eine Frage durch nur wenige Klicks eine Antwort bekommt oder wie viele Programme und Geräte ein einziges Smartphone ersetzt. Trotzdem gibt es Situationen, in denen es uns allen nicht schaden würde, das Handy einach mal stecken zu lassen. Ich nehme es mir jedenfalls fest vor.