Warum vegan?

Es gibt wahrscheinlich eine Million Gründe, warum Menschen sich dafür entscheiden, vegan zu leben. Ich habe die am häufigsten genannten hier einmal zusammengefasst.

1. Moral und Ethik

Fleisch und Fisch: Im Grunde ist es den meisten bewusst: Damit wir Fleisch und Fisch essen können, müssen Tiere leiden. Und nicht erst dann, wenn sie im Schlachthaus landen. Auch zuvor werden Rinder, Hühner und Schweine in vielen großen Mastbetrieben unter unwürdigen Bedingungen gezüchtet, verstümmelt und transportiert. Rindern werden ohne Betäubung die Hörner gestutzt, Brandzeichen verpasst und die Hoden abgetrennt, Hühnern werden die Schnäbel gestutzt, Ferkeln Hoden, Schwänze und Ohren abgeschnitten. Kranke Tiere verenden in irgendeiner Ecke, werden mit Stahlrohren malträtiert oder so lange auf den Boden geschlagen, bis sie tot sind. Die meisten dieser Vorgehensweise sind gängige Praxis. Lest hierzu zum Beispiel einen Fokus-Artikel zur Ferkelzucht, seht den Vergleich von konventioneller Hühnerzucht zu ökologischer auf der Homepage des Vereins „Tierhilfe jetzt!“ oder lest hier bei Spiegel einen Bericht über eine Studie, die besagt, dass die Weltmeere bis zum Jahr 2048 leergefischt sein könnten.

Eier: Doch man muss nicht erst Tiere essen, um ihnen Leid zuzufügen. Auch die Bedingungen unter denen Eier produziert werden, sind oft verheerend. Dass Legehennen auf engstem Raum dahinvegetieren und mit Antibiotika vollgestopft werden, ist den meisten noch bekannt. Was vielen aber nicht klar ist: Jedes Jahr werden für die Eierproduktion in Deutschland 50 Millionen männliche Küken – so genannte „Eintagsküken“ – direkt nach der Geburt ausgemustert, vergast oder geschreddert. Auch in Bio-Betrieben. Warum? Natürlich wegen des Profits (Mehr hier auf einer Seite von Peta zum Thema). Hähne zu züchten dauert dreimal länger als bei Hennen, sie legen keine Eier, haben weniger Fettgewebe und müssen anders zubereitet werden. Die Preise, die man für Hähnchen auf dem Markt verlangen müsste, würde kaum ein Verbraucher bezahlen.

Es geht aber auch anders, wie eine Reihe von Geflügelhöfen beweist, die männliche Küken nicht töten. Die Mehrkosten werden über den Eierpreis querfinanziert: Jedes Ei kostet nur vier Cent mehr! Auf der Homepage der Bruderhahn Initiative findet ihr viele Informationen und eine Liste teilnehmender Partner. Aus dem Nürnberger Raum ist zum Beispiel der Geflügelhof Schubert in Igensdorf dabei.

Milch: Auch die Milchproduktion ist in vielen Betrieben fragwürdig. Die Kühe sind oft reine Milchmaschinen. Im Durchschnitt werden sie einmal im Jahr geschwängert, nur um ihnen das Jungtier direkt nach der Geburt wegzunehmen. Die Milch wird statt vom Kalb für den Menschen abgezapft. Und damit profitable Mengen erzielt werden können, werden die Kühe hormonell behandelt. Wenn nach vier bis fünf Jahren die Milchleistung nachlässt, werden die Tiere meist getötet – obwohl sie eine  Lebenserwartung von über 15 Jahren hätten. Mehr erfahrt ihr hier bei Peta.

Ich könnte noch lange weiter schreiben. Aber ich verweise lieber alle, die es genauer wissen möchten, auf dieses grausige Video von Peta (Achtung: sehenswert, aber nichts für zarte Gemüter!).

2. Umweltschutz

Veganer argumentieren, dass durch die Tierzucht weltweit Böden, Wasser, Wälder und Meere belastet und verschmutzt werden. Die Ausscheidungen der Tiere werden – anders als die der Menschen – nicht in Kläranlagen gereinigt, sondern gehen direkt in die Böden und sickern in unser Grundwasser.

Die Tierzucht gilt außerdem als CO2-Produzent Nummer eins. Durch den Konsum tierischer Lebensmittel verursacht der durchschnittliche Verbraucher in Deutschland jährlich einen Ausstoss von zwei Tonnen CO2 (weitere Details hier). Auf der Peta-Homepage ist Folgendes zu lesen: „Die Treibhausgase Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickoxid gelten als Hauptursache für den Klimawandel. Diese drei werden verstärkt in der Tierwirtschaft erzeugt, entweder direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidung der Tiere oder indirekt durch die Produktionsprozesse, die Abholzung der Wälder für Weideflächen oder die Anpflanzung von Futtermitteln. Deshalb schreiben Studien der Tierwirtschaft, und damit dem Konsum tierischer Produkte, einen Anteil von über 50% am Klimawandel zu!“. Zum ganzen Artikel geht es hier.

Zudem sind riesige Landflächen nötig, um ausreichend Viehfutter zu produzieren. Obwohl Tofu als eines der Hauptnahrungsmittel für Vegetarier und Veganer gilt, werden nur etwa zwei Prozent des weltweiten Sojaanbaus für menschliche Lebensmittel verwendet – der Rest wird als Tiernahrung genutzt. Um den oft geäußerten Vorwurf, Veganer würden der Umwelt mehr schaden als nutzen, geht es in diesem Artikel von Zeit online.

3. Ernährungsgerechtigkeit

In direktem Zusammenhang steht auch der nächste Punkt. Auf Getreideflächen weltweit wird Nahrung für die Tierzucht angebaut – auch in Ländern, in denen die menschliche Bevölkerung hungert – und in die reichen Industrienationen geliefert. Eine Studie des Worldwatch Instituts aus dem Jahr 2004 besagt, dass es genug Nahrung für zwölf Milliarden Menschen auf der Erde gäbe, wenn alle vegan leben würden, da so die Feldfrüchte direkt der menschlichen Ernährung zukommen würden. Hier geht’s zur ganzen Studie.

 4. Gesundheit

Hier scheiden sich die Geister. Veganer behaupten gerne, dass ihre Art der Ernährung die Gesündeste sei. Ihre Cholesterin-, Fett- und Nierenwerte sind laut Studien häufig besser, was aber auch generell daran liegen kann, dass Veganer oft mehr auf ihre Ernährung und ihren Körper achten. Auch sollen Menschen, die ohne Fleischverzehr leben, seltener an Diabetes, Herz-Kreislauf-Beschwerden und sogar Krebs erkranken (hier weiterlesen bei Peta).

Demgegenüber stehen aber verschiedene Mangelerscheinungen, die durch veganes Essen entstehen können. So müssen dem Körper bei dieser Art der Ernährung unter anderem Vitamin D12, Kalzium, Eisen und Omega3-Fettsäuren künstlich zugeführt werden. Die meisten Mediziner empfehlen offenbar, sich ovo-lakto-vegetarisch (mit Eiern und Milch) oder teilweise vegetarisch (hin und wieder Fisch und Fleisch) zu ernähren. Hier ein Bericht von Fokus online und eine Seite, die die umfangreichen Studien zum Vegetarismus und Veganismus zusammenfasst. Welche Auswüchse der Wunsch nach Fleischersatz bei Vegetariern annehmen kann, lest ihr in diesem Bericht von Zeit online.