In der Heimat von Schnitzel und Kaiserschmarrn

Ob Wiener Schnitzel mit Preiselbeeren, Speckknödelsuppe, Zwiebelrostbraten, Backhendl, Tiroler Gröstl oder der obligatorische Kaiserschmarrn – zum Skifahren in Österreich gehörte für mich bis jetzt auch die deftige lokale Kost dazu. Dass daraus dieses Mal nichts werden würde, war mir schon klar. Aber wie schwierig würde es tatsächlich sein, mich während des Ski-Wochenendes vegan zu ernähren?

Die Erkenntnis nach dem vergangenen Wochenende: Vegan Ski fahren funktioniert – zumindest in Kitzbühel. Klar, auf den Hütten war die Auswahl an Gerichten, die ich essen konnte, nicht gerade riesig. Und das Nachfragen war auch etwas mühsam, weil die Leute an den Ausgabestellen nicht immer wussten, was in dem Essen tatsächlich drin steckt. Aber Spaghetti mit Tomatensoße am einen und eine Tomatensuppe mit einem kleinen Salat am anderen Tag waren genug, um den kleinen Hunger in der Mittagspause zu stillen.

Auch Frühstücken in der Pension war überhaupt kein Problem, es gab Müsli, Früchte, Marmeladen und Brötchen. Käse, Wurst und Joghurt habe ich links liegen lassen. Für meinen morgendlichen Kaffee hatte ich mir Kokosnuss-Milch von Zuhause mitgenommen. Und auch Corny-Müsliriegel – für den Notfall. Gebraucht habe ich sie nicht.

Eine wirklich tolle Entdeckung haben wir mehr oder weniger zufällig im „Servus“, dem monatlichen Anzeigenblättchen in Kitzbühel, gemacht. Darin war Werbung für das „Q! Resort“, einem erst 2013 neu eröffneten Spa&Wellness-Hotel mit einem Restaurant, das explizit auch vegetarische und vegane Gerichte anbietet.

Zwei Menüs standen zur Auswahl, meine Freundin Julia hat das vegetarische und ich das vegane gewählt. Nach Brot und Dips als Amuse-Gueule gab es für mich eine leckere Zwiebelsuppe, danach mit Kartoffelbrei gefüllte Krautwickel an Rote-Beete-Gemüse und als Nachspeise eine Art Cardamom-Sorbet mit Crumble-Stückchen an einer Beeren-Sauce (siehe Foto).

Es hat wirklich großartig geschmeckt, ich war angenehm satt, der Service war super und ich dankbar, dass ich mich endlich mal nicht mit Kohlehydraten vollstopfen musste. Das Ganze gab es für 39 Euro – kann man nicht jeden Tag machen, aber es war eine tolle Abwechslung. Auf jeden Fall ein Tipp für jeden Feinschmecker – auch für überzeugte Fleischfresser. Vegan kann so fein sein!