Vegan – leichter gesagt als getan

Es ist Halbzeit für mein Januar-Projekt. Nach zwei Wochen ohne tierische Nahrungsmittel kann ich eines mit Gewissheit sagen: Es ist nicht immer einfach, sich vegan zu ernähren.

Mir persönlich fällt der Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier und Honig bislang zwar nicht besonders schwer, Milchprodukte, habe ich festgestellt, vermisse ich dagegen schon etwas mehr.

Vor allem für meinen geliebten Café Latte habe ich noch keinen adäquaten Ersatz gefunden. Sojamilch lässt sich zwar hervorragend aufschäumen, verleiht dem Röstaroma der feinen Bohnen allerdings eine „Caro-Kaffee-eske“ Note. Haselnuss-, Mandel- und Kokosmilch schmecken zwar recht gut, lassen sich durch ihren hohen Fettgehalt aber nicht schaumig schlagen.

Generell gilt: Wer zu Hause für sich selbst kocht, kann sich auch vegan gut und vielseitig ernähren. Mein Mann und ich haben in den vergangenen zwei Wochen eine ganze Reihe an leckeren Gerichten völlig ohne tierische Inhalte zubereitet.

Problematisch wird es erst, wenn man dem heimischen Herd den Rücken kehrt und sich auf das kulinarische Angebot der heimischen Gastronomie verlassen muss. Fränkisch essen zu gehen habe ich bisher gar nicht erst versucht. Da geht ja nicht mal Kloß mit Soß‘. Aber auch darüber hinaus stoße ich mit meinen Wünschen immer wieder an Grenzen.

So kam es vor, dass ich die Kollegen in der Mittagspause durch halb Lauf scheuchen musste, um einen veganen Imbiss zu finden, dass ich einen vegetarischen Burger, den ich extra vegan bestellt hatte, zurückgehen lassen musste, weil sich über meinen Gemüsebratling dann doch Joghurtsoße ergoss, oder dass ich selbst auf dem üppigen Häppchen- und Kuchenbüfett zum Geburtstag des Chefs kein einziges Teilchen essen konnte. Zudem machen meine Nachfragen und Extrawürste mich wohl nicht gerade zum Lieblingsgast der Kellner.

Ich muss aber auch ein paar lobende Worte verlieren. Viele Gastrobetriebe sind wirklich bemüht, diese Sonderwünsche zu erfüllen. Zum Beispiel in der Pizzeria „Toni“ in Vorra, wo es überhaupt kein Problem war, die vegetarische Pizza ohne Käse zu bekommen. Außerdem gibt es – zumindest in Nürnberg – etliche Restaurants und Imbissbuden, die ganz von selbst vegane Gerichte anbieten. Die „Wirtshauskatze“ in  Johannis zum Beispiel serviert hervorragende Thai-Küche – mit Fleisch, aber auch vegan. Auch das Red-Curry-Haus in der Lorenzer Straße hat jeden Tag gleich eine ganze Auswahl an leckeren veganen Eintöpfen zu bieten.

Die nächste Herausforderung steht dieses Wochenende vor der Tür: Skifahren in Österreich. Ich bin ja mal gespannt, was der Wirt auf der Alm sagt, wenn ich frage: „Ist diese Suppe denn auch vegan?“ …