Woher kommt der Veganismus?

Ich habe mich gefragt, wie es überhaupt zur Bewegung des Veganismus gekommen ist.

Laut der „Vegan Society“ in England geht die Idee, bewusst auf tierische Produkte zu verzichten, über 2000 Jahre zurück. Schon der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras soll sich auf diese Weise ernährt und Buddha in Indien mit seinen Anhängern über diese Form der Ernährung gesprochen haben.

Wirklich praktiziert wurde der Vegetarismus aber erst im 17. und 18. Jahrhundert in Europa, als der Mensch im Zuge des Humanismus auch für das Leid der Tiere sensibilisiert wurde. 1847 gründete der Engländer Joseph Brotherton die erste vegetarische Gesellschaft und prägte auch den Namen Vegetarier (zuvor wurde der Begriff „Pythagoräer“ gebraucht). Ob dieser nun auf das lateinische vegetus (lebendig, frisch, kraftvoll) oder das englische vegetable (Gemüse, pflanzlich) zurückgeht, daran scheiden sich die Geister.

Zwar wurde bereits um das Jahr 1900 auch der Konsum von Milch und Eiern unter Vegetariern diskutiert, doch es dauerte bis 1944 bis in England die „Vegan Society“ als Abspaltung der „Vegetarian Society“ gegründet wurde. Als erste Veganer gelten demnach die Gründer Elsie Shrigley und Donald Watson, die sich bis dahin als „milchfreie Vegetarier“ bezeichnet hatten.

Wikipedia schreibt zu Watson: „Der Verzehr von Milchprodukten und Eiern, wie von vielen Vegetariern praktiziert, entsprach nicht seinem Verständnis von Vegetarismus. Um jene Vegetarier zu bezeichnen, die auch Milchprodukte mieden, benutzte Watson zunächst den Terminus total vegetarian (in etwa: konsequenter, strenger Vegetarier). Als Abkürzung dafür prägte er dann aus dem Anfang und Ende von vegetarian die Wortneuschöpfung vegan.“ Veganismus führe laut Watson den Vegetarismus zu seinem logischen Ende, weil er jegliche Ausbeutung von Tieren ablehne.

Hier noch ein paar Zahlen:

Wirklich verlässliche Zahlen zur Verbreitung des Vegetarismus und Veganismus sind schwer zu finden. Interessante Informationen gibt es aber auf der Website des Vegetarierbunds Deutschland (vebu). Er geht davon aus, dass derzeit rund 7,8 Millionen Vegetarier (rund 10 Prozent der Bevölkerung) und 900.000 Veganer (1,1 %) in Deutschland leben – Tendenz steigend. Überraschend war für mich, dass sich 1983 laut einer Studie nur etwa 0,6 % der Deutschen vegetarisch ernährten. Die Zahl hat sich seitdem weit mehr als verzehnfacht. Die meisten Vegetarier und Veganer leben in Indien (20 – 40 % der Bevölkerung oder 200 Millionen Menschen). Weltweit soll es eine Milliarde Vegetarier geben. Wer die Statistiken ganz genau nachlesen möchte, findet hier den Link: http://bit.ly/1KD2YSe

Soviel zu den Fakten. Zu den vielfältigen Gründen für Veganismus – am häufigsten werden Tier- und Umweltschutz, Ethik, Gesundheit, Religion sowie die Verteilungsgerechtigkeit und Welternährungsproblematik genannt – werde ich in einem meiner nächsten Einträge ausführlicher schreiben und natürlich auch über die kritischen Stimmen, die es zum Veganismus gibt.