Die erste Woche ist geschafft

Seit knapp über einer Woche ernähren mein Mann Thomas und ich uns jetzt vegan. Das ist eigentlich ja noch gar nichts, aber ich bin glaube trotzdem schon erste Erkenntnisse von mir geben zu müssen.

Vor allem habe ich festgestellt, dass viele Gerichte auch vegan hervorragend schmecken. Eine Kürbis-Maronen-Pfanne zum Beispiel, die nicht nur satt macht, sondern auch richtig gut schmeckt, selbstgemachte Pizza mit viel Gemüse, dafür aber ohne Käse, oder Soja-Pudding mit dunkler Schokolade.

Na gut, es war nicht alles so richtig lecker. Zum Beispiel habe ich noch keine echte Alternative zu Milch in meinem geliebten Kaffee gefunden – aber ich bleibe dran und werde dann berichten. Versprochen! Das Beerenmatsch-Desaster habe ich ja bereits ausführlich beschrieben …

Auch auf das Seitan-Gyros, das wir heute Abend gegessen haben, kann ich in Zukunft gut verzichten. Was das ist? Wikipedia definiert es so: „Seitan (alternativ: MianjinWeizengluten) ist ein Produkt aus Weizeneiweiß (Gluten) mit fleischähnlicher Konsistenz …“ (zum ganzen Wikipedia-Eintrag geht es hier).
Aber keineswegs mit fleischähnlichem Geschmack! Ich verstehe schon mal nicht, warum man unbedingt versuchen muss, etwas nachzuahmen, das man eigentlich gar nicht mehr essen wollte. Funktioniert hat es jedenfalls nicht. Nicht mal löffelweise Ajvar konnte dieses Geschmackserlebnis noch retten. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass Weizengluten, das mit Wasser, Sonnenblumenöl, Salz und Gewürzen vermengt wird, besonders gesund sein soll. Und gerade günstig war die 200-Gramm-Packung für rund 3,50 Euro auch nicht …

Überhaupt ist es nicht gerade billig, sich vegan zu ernähren. Neben jeder Menge frischem Obst und Gemüse, das wir sowieso immer essen, kommen nun noch die saftigen Preise in diversen Bioläden hinzu. Dort sind gewisse Dinge nun mal am einfachsten zu bekommen und man kann sicher sein, dass man mehr Beratung kriegt, als ein Achselzucken, wie in so manchem Supermarkt.

Erfreulich waren bisher allerdings die Reaktionen auf unser Experiment. Eigentlich jeder, dem ich davon erzählt habe, fand die Idee gut oder zumindest interessant. Und unsere Freunde unterstützen uns, wo es nur geht. Ob Rike und Andreas, die mir Mandelmuss für den Kaffee anbieten, Caro, die den Vorratskeller ihrer Eltern plündert, um uns Nudeln mit einer fantastischen Tomaten-Steinpilz-Sauce zu zaubern, oder Mina, die bei Tugis Geburtstagsparty extra veganen Humus und veganes Chili für uns gekocht hat. Noch mal vielen Dank an dieser Stelle!

Lust auf Fleisch, Fisch oder Ei habe ich bisher nicht verspürt. Nur die mit Mandeln gefüllten Datteln im Speckmantel an Tugis Geburtstag sahen wirklich verdammt lecker aus, muss ich sagen. Und Thomas hatte gestern auf einmal riesige Lust auf ein Putensteak, das er sich aber verkniffen hat.

Bin schon gespannt, wie die nächste Woche wird.