Beerenmatsch

Es musste ja auch irgendwann mal etwas schief gehen. Ich hatte mich schon gewundert, dass  bisher alles so „smooth“ gelaufen ist. Bis, naja, bis wir uns an unserem ersten selbstgemachten, veganen Dessert versucht haben …

Weil wir von einem befreundeten Paar zum „Weihnachtsplätzchenreste-Vernichtungskaffeekränzchen“ eingeladen wurden, haben wir vorgeschlagen, einen veganen Kuchen mitzubringen, damit auch wir was zum Beißen haben.

Ein Beerennapfkuchen sollte es sein. Das Rezept hatten wir aus einem veganen Kochbuch, das wir vor kurzem gekauft haben. Darin wird Kuh- durch Sojamilch und Butter durch Rapsöl ersetzt. Ei kommt nicht vor. Nun bin ich kein Fan von Rapsöl, aber ich wollte ja kein Spielverderber sein …

Den Teig gossen wir, in Ermangelung einer Napfkuchen- in eine Kastenform. Dann war warten angesagt. Eine Stunde lang. Mit einem Holzstäbchen in den Kuchen gestochen und festgestellt, dass er noch nicht durch ist. Dasselbe noch einmal 10 und dann noch einmal weitere 15 Minuten später. Schließlich haben wir beschlossen, dass der Kuchen jetzt fertig ist. Doch obwohl jede Menge Backpulver und Natron im Teig waren, wollte er einfach nicht aufgehen.

Und so standen wir gestern mit unserem zusammengefallenen, backsteinförmigen Schwamm von einem Kuchen bei unseren Freunden vor der Tür. Netterweise haben sie ihn immerhin probiert und zumindest Andreas fand ihn geschmacklich gut. Weil der Beerenkuchen aber im Laufe des Nachmittags immer matschiger und weicher wurde und vor Öl nur so glänzte, haben wir uns lieber von dem frisch aufgeschnittenen Obst ernährt, dass Rike glücklicherweise auf den Tisch gestellt hatte.

Allerdings wollte ich den Kuchen noch nicht ganz aufgeben. Heute habe ich mir also eine Scheibe aufgeschnitten und sie mit ein wenig Margarine in die Pfanne geworfen (Ja, noch mehr Fett. Ist mir auch erst aufgefallen, als es schon auf dem Teflon dahinfloss). Nachdem die Scheibe auf beiden Seiten kross gebacken und warm war, muss ich sagen, dass es richtig lecker war!

Trotzdem werde ich diesen Kuchen wohl nicht mehr backen – oder beim nächsten Mal versuchsweise Margarine statt Öl verwenden. Und ich werde den Kuchen auf keinen Fall zu irgendeiner Verabredung mitbringen!